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Lebenslinien – mit aktuellem Bezug

Carmen Hoyer

Noch vor sechs Monaten konnte ich bei der Eröffnung der Ausstellung in der Senioreneinrichtung des Arbeiter-Samariter-Bundes "Hof am Teich" in Basdorf feststellen, dass mir das Glück zuteil wurde, 72 Jahre in Frieden leben zu können. Anders als nahezu alle der 20 Porträtierten, deren Leben über viele Jahre gekennzeichnet war von Krieg und Elend sowie Flucht und Vertreibung.
Der 24.2.2022 ist eine gewaltige Zäsur in der Geschichte Europas. Der Krieg kommt näher. Noch ist er weit genug weg, um tödlich zu sein für einen selbst. Und doch ist er auch schon in Zühlsdorf angekommen in Gestalt der leidgeplagten ukrainischen Frauen, die ihre Männer zurücklassen mussten, die ihre Heimat und die Werte Europas heldenhaft verteidigen. So schrecklich die Bilder, die uns täglich erreichen: es braucht die Kultur. Es braucht sie gerade jetzt. Und es brauchte diese Feierstunde vor den Bildern der Hochbetagten – und ihren Lebenslinien.

Carmen Hoyer war ein zweites Mal gekommen. Gerne erinnerte ich an ihren ersten Auftritt bei meiner Ausstellung "Zühlsdorfer Gesichter". Ein wenig mehr Raum wollte ich ihrer musikalischen Darbietung bieten. Uns so spielte sie wunderbar auf: die Eigenkomposition "Kaleidoskop", eine Suite in sechs Sätzen.

Danke den vielen Besuchern. Für ihr Kommen und die anregenden Gespräche. Viel Anerkennung durfte ich in diesen erfahren. Auch vom Ortsvorsteher Thomas Pump und von der Pflegedienstleiterin der Senioreneinrichtung Frau Sylvia Kreinsen und Herrn Dennis Strehler, die beide selbst einen besonderen Anteil bei der organisatorischen Sicherstellung des Projektablaufes hatten.
Mancher Besucher und manche Besucherin äußerte sich dankbar für die entstandenen Porträts, die inzwischen oft eine wunderbare Erinnerung an den in den letzten zweieinhalb Jahren verstorbenen Angehörigen sind.
Dankeschön meinen fleißigen Helfern und Helferinnen, die die Gläser füllten und für eine freundliche Begrüßung sorgten. Danke Inna und Sven-Olaf Heuer, danke Jackie! Und danke meiner lieben Frau Monika, die das Projekt nach Kräften unterstützte und - als der letzte Besucher den Zühlsdorfer Mehrzweckraum verlassen hatte - den großen Saalbesen schwang!

Fotos: Katja Boll

Wer nochmal nachlesen möchte, wie es zu dem Projekt gekommen ist, wie die Fotos und die kleine Lebensgeschichte für das Fotobuch entstanden, findet dazu hier einen Beitrag.

Hier gibt es einen Artikel, der nach der Eröffnung der Ausstellung im Hof am Teich in Ausgabe 2/2021 des ASB-Journals veröffentlicht wurde.

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